Ich wünsche ein Buch 
 in das ihr alle 
  vorn hineingehen 
   und hinten 
herauskommen könnt
Drei Wünsche


ISBN: 3892448248
Kunst heißt 
 das Leben 
  mit Präzision 
   verfehlen!
Das Auge des
Entdeckers
Geplündertes Gesicht, 
der Morgen 
leergemacht,
deine Schuhe sind 
aufgeweicht vom 
Gehen mit mir.
Abbau
Nicolas Born - Zeittafel  
timeline
Nicolas Born in Nürtingen 1969 Nicolas Born Neue Innerlichkeit Nicolas Born

31.12.1937 Klaus Jürgen Born wird am Silvesterabend 1937 in Duisburg geboren, wo sein Vater Werner Born bei der Autobahnpolizei arbeitet. Die Mutter, Helene Born, hat ihre Arbeit als Abteilungsleiterin in einem Lebensmittelgeschäft bereits bei der Heirat aufgegeben.

1940-1947
Der Vater Nicolas Borns wird 1940 zur Wehrmacht eingezogen, nimmt am Rußlandfeldzug teil, gerät nach seiner Rückkehr als Dorfpolizist in Praest an der niederländischen Grenze in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 zurückkehrt.

1949-1952 Die Familie baut in Eigenarbeit ein Häuschen im Siedlerweg 2, an der Stadtwiese in Essen-Altenessen, Nicolas Born verläßt nach acht Jahren die Schule mit dem Volksschulabschluß und beginnt eine Lehre als Chemigraf in der Essener Klischee-Anstalt Vignold, erste Schreibversuche noch während der Lehre

Nicolas Born in den Fünfziger Jahren mit Arbeitskollegen von der Klischeeanstalt

ca. 1957 Wechsel an die Krupp´sche Klischeeanstalt

1957-1959 Gemeinsam mit Freunden, u.a. Hannelies Taschau, bildet Nicolas Born sich selbständig weiter, veröffentlicht erste Zeitungsartikel, nimmt Kontakt zu Ernst Meister auf, Reisen in die Schweiz, nach Italien, später bis in die Türkei und nach Syrien

1960-1962 erste Gedichte erscheinen in den Zeitschriften „Fliegende Blätter“ und „Neues Rheinland“, schreibt erste Rezensionen für Zeitungen, organisiert für das neu eröffnete Essener Jugendzentrum Dichterlesungen u.a. mit Ernst Meister und Heinrich Böll, legt die Begabtensonderprüfung für Lehramtsstudiengänge ab, beginnt die Arbeit an einem Roman, erster Kontakt zu Johannes Bobrowski und Dieter Wellershoff bei Kiepenheuer und Witsch

Ende 1961 Heirat mit seiner Verlobten Christel Martinc, mit der er die Mansardenwohnung im Elternhaus bewohnt

Frühjahr 1962 Meisters Frau Else überredet ihn, künftig unter dem Namen Nicolas Born zu veröffentlichen

24. Mai 1962 Geburt der Tochter Undine

1963 Umzug in die eigene Wohnung Camphausenstraße 11 in Essen-Holsterhausen

Ende 1963-Frühjahr 1964 Walter Höllerer lädt Nicolas Born als Stipendiat der Ford Foundation zum Literarischen Colloquium nach West-Berlin ein, Beginn der Freundschaft mit Hans Christoph Buch, Hermann Peter Piwitt, aber auch Friedrich Christian Delius und vielen anderen

1964 nimmt die Arbeit als Chemigraf in Essen wieder auf, erste Prosastücke und Gedichte erscheinen in wichtigen Literaturzeitschriften und Anthologien, Teilnahme am Autorentreffen des Verlags Kiepenheuer und Witsch, überarbeitet gemeinsam mit dem Lektor Dieter Wellershoff seinen Roman, Einladung Hans Werner Richters zur Tagung der Gruppe 47 vom 10.-12.09.1964 in Sigtuna in Schweden

1965 Nicolas Born kündigt im Februar seine Arbeit in Essen, Leitung eines Seminars am Jugendzentrum zum Thema „Schriftsteller Mitteldeutschlands“, Trennung von seiner Frau, wohnt zunächst in Räumen des Literarischen Colloquiums (LCB) am Wannsee, Nicolas Borns Roman Der zweite Tag erscheint bei Kiepenheuer und Witsch, Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, der Gemeinschaftsroman der Teilnehmer des Lehrgangs des Colloquiums Das Gästehaus erscheint, nähere Bekanntschaft mit Rolf Dieter Brinkmann, Teilnahme am "Wahlkontor deutscher Schriftsteller Berlin" für den SPD-Bundestagswahlkampf, Tagung der Gruppe 47 im LCB am Wannsee, Nicolas Borns erstes Hörspiel Schnee wird vom WDR gesendet

1966 Nicolas Born bezieht eine Souterrain-Wohnung in der Fredericiastraße in Berlin-Charlottenburg, Scheidung der ersten Ehe Nicolas Borns Eltern bauen sich in Praest am Niederrhein ein neues Haus, nachdem ihr Haus im Siedlerweg für eine Industriesiedlung enteignet und abgerissen wurde, intensive Arbeit mit dem Lektor Dieter Wellershoff an Gedichten und einem Roman

1967-1968 der erste Gedichtband Marktlage erscheint, Nicolas Born lernt die junge Ärztin Irmgard Masuhr kennen, Umzug in die Wohnung des befreundeten Kollegen Peter O. Chotjewitz in der Leibnizstraße, das Gedicht ‚Berliner Para-Phrasen’ zirkuliert zunächst auf Flugblättern und wird während des Höhepunkts der Studentenbewegung, im Mai 1968, von der ZEIT abgedruckt, u.a. Mitinitiator des Boykottaufrufs gegen Springer

Nicolas Born mit Günter Kunert und Friedrich Christian Delius ca. 1969

7.-8.10.1967 Teilnahme an der Tagung der Gruppe 47 in der fränkischen Pulvermühle

12.11.1968 Heirat mit Irmgard Masuhr, Umzug nach Nürtingen bei Stuttgart

Nicolas Born mit seiner Frau Irmgard Born in der schwäbischen Alb bei Nürtingen

1969 Teilnahme an einer Schriftstellertagung im jugoslawischen Maribor, der WDR zeigt in der Reihe „Skizzen aus dem Alltag“ Borns Beitrag „Fernfahrer“, Sendung von Nicolas Borns Aufsatz gegen die Thesen von Kursbuch 15 im Süddeutschen Rundfunk

Hermann Peter Piwitt und Nicolas Born Korrespondenz Brief von Nicolas Born an Hermann Peter Piwitt Frühjahr 1969

Oktober 1969 bis Mai 1970 Fellow des International Writer's Workshop der University of Iowa in Iowa City, Kontakt zu Ted Berrigan, Allen Ginsberg, Charles Bukowski und vielen anderen, Beginn der Freundschaft mit Eric Torgersen und John Batki, mit den Mitstipendiaten Tom Raworth, Julian Stryjkowski, Motoi Oda und Nicolas Suescun, intensive Beschäftigung mit Übersetzungen, Reise durch die USA und Mexiko

1970 Wo mir der Kopf steht erscheint, der SFB sendet „Wortwechsel“, eine 1969 entstandene Gemeinschaftsarbeit mit Rolf Dieter Brinkmann, Umzug nach Gailingen an der schweizerischen Grenze, Mitarbeit im Kulturteil der Zeitschrift "Konkret", gemeinsam mit Hermann Peter Piwitt Arbeit am Konzept für ein utopisches Fernsehspiel, in der Reihe Luchterhands Loseblatt Lyrik erscheinen sieben von Nicolas Born übersetzte amerikanische Gedichte, der WDR sendet das Hörspiel Innenleben

17.11.1970 Geburt der Tochter Rike in Singen/Hohentwiel

1971 Zum Jahreswechsel Umzug in die Friedenauer Dickhardtstraße in Berlin, Arbeit am Manuskript von Das Auge des Entdeckers und theoretischen Texten, Besprechung des utopischen Filmprojekts mit dem WDR, der NDR sendet Übungen in einer Fremdsprache

1972 Teilnahme am Internationalen Lyrikertreffen im mazedonischen Skopje, Nicolas Borns Vater erkrankt an Krebs, der Essay „Ist die Literatur auf die Misere abonniert“ wird vom SFB gesendet, Das Auge des Entdeckers erscheint im Rowohlt-Verlag, Beginn der Freundschaft mit Jürgen Manthey, auf der Buchmesse begegnet Nicolas Born Peter Handke, „Förderpreis Literatur zum Kunstpreis Berlin“, Mitglied des P.E.N.-Zentrums BRD

1972-1973 Stipendium der Villa Massimo in Rom, Rolf Dieter Brinkmann ist gleichzeitig Stipendiat, Freundschaft mit Günther Knipp

1973 Kauf des Hauses in Langendorf im niedersächsischen Wendland, Born fährt mehrmals nach Langendorf um die Ausbauarbeiten zu beaufsichtigen, das Kinderbuch Oton und lton. Abenteuer in der vierten Dimension erscheint, in Ost-Berlin bringt der Aufbau Verlag die Gedichtsammlung von Born, Volker von Törne und Friedrich Christian Delius Rezepte für Friedenszeiten, Nicolas Born und Piwitt relancieren erfolglos das utopische Fernsehspielprojekt beim NDR, Beginn der Freundschaft mit Jürgen Theobaldy

27.5.1973 Geburt der Tochter Katharina

1974 Beginn der Arbeit als Mitherausgeber des Rowohltschen Literaturmagazins, Beginn der Arbeit an Die erdabgewandte Seite der Geschichte, Nicolas Born zieht sich zunehmend nach Langendorf zurück, Beginn der Freundschaft mit Peter Handke, erneute Kontaktaufnahme zu Rolf Dieter Brinkmann

Irmgard Born Nicolas Born Peter Handke Christoph Meckel und Isolde OHlbaum nach der Verleihung des Petrarca Preises an Rolf Dieter Brinkmann 1975 in Südfrankreich

1975 Literaturmagazin 3 erscheint mit Nicolas Borns Essay „Die Phantasie an die Macht. Literatur als Utopie“, Beginn der Schriftstellertreffen in Ostberlin und der Juryarbeit für den Petrarca-Preis, Nicolas Born schreibt einen Nachruf auf Rolf Dieter Brinkmann, der in London einen tödlichen Autounfall hatte, Verleihung des Petrarca-Preises an Rolf Dieter Brinkmann, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, Gastdozent an der Universität Essen, die Übersetzungen der Wannsee-Gedichte der Chinesin Wong May erscheinen in der LCB-Edition, zahlreiche Lesereisen u.a. in England und in den Niederlanden

Nicolas Born mit seiner Frau Irmgard und seiner Tochter Rike ca. 1973

1976 Laudatio auf Ernst Meister zur Verleihung des Petrarca-Preises an ihn und Sarah Kirsch in Arquà Petrarca, die Übersetzungen der Gedichte von Kenneth Koch erscheinen in der Reihe das neue Buch, Die erdabgewandte Seite der Geschichte wird zum Gespräch der Frankfurter Buchmesse, zahlreiche öffentliche Auftritte und Lesungen

3.9.1976 das Haus in Langendorf brennt mitsamt Nicolas Borns Arbeitszimmer ab, die Familie wohnt zunächst in Dannenberg

Das brennende Haus in Langendorf 1976

1977 Bremer Literaturpreis für Die erdabgewandte Seite der Geschichte; Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, nach Regierungsplänen soll der Landkreis Lüchow-Dannenberg zum nationalen Atomenergiezentrum werden, Fernsehauftritte und öffentliche Reden gegen eine gewissenlose Politik des Fortschritts, Literaturmagazin 8. Die Sprache des großen Bruders erscheint mit Nicolas Borns Essay „Die Welt der Maschine“, Teilnahme an der Grazer Autorenversammlung, Umzug in das Nachbardorf Gümse, Beginn der Arbeit am Roman Die Fälschung

Günther Grass, Hans Joachim Schädlich und Nicolas Born Mai 1977 mehrwöchige Reise über den Land- und Wasserweg in den Libanon

1978 Der Rowohlt-Verlag bringt die Sammelausgabe Gedichte 1967-1978 mit neuen Gedichten heraus, Aufenthalt in Budapest und u.a. Übersetzungsarbeit an Gedichten Joszef Attilas, Verleihung des Petrarca Preises an Alfred Kolleritsch, Kauf des Bauernhauses in Breese in der Marsch bei Dannenberg, Beginn des zur Veröffentlichung bestimmten Briefwechsels mit Günter Kunert

September 1978 Amtsantritt als Stadtschreiber von Bergen Enkheim

Oktober 1978 Nicolas Borns Vater stirbt nach langjähriger Krankheit

1979 Im März erhält Nicolas Born die Diagnose des fortgeschrittenen Lungenkrebs, Vorabdruck der Fälschung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Verleihung des Petrarca-Preises an Zbigniew Herbert in Verona, Tod Ernst Meisters, Born wird mehrfach operiert und bestrahlt, letzter öffentlicher Auftritt beim Stadtschreiberfest in Bergen Enkheim, Die Fälschung erscheint bei Rowohlt

5. Dezember Rainer Maria Rilke-Preis für Lyrik, die Laudatio hält Christoph Meckel

7. Dezember Nicolas Born stirbt im Haus der Familie in Breese in der Marsch.


Nicolas Born


 
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